Neues aus dem Reich der Mitte

Und schon neigt sich der Oktober wieder seinem Ende zu und wir sind bald 2 Monate in China. Irrsinnig schnell geht das! Und immer noch entdecken wir ständig neue Sachen. Zum Beispiel wurde letztens Butter auf dem Lanpinger Markt gesichtet und wir haben eine neue Lieblingsbäckerei mit Puddingteilchen und Schokokuchen gefunden =) Der Versuch süße Baozi zu essen war jedoch bislang leider erfolglos, genauso wie das Erraten der Öffnungszeiten des Duschgebäudes (was daran liegen könnte, dass sie wetterabhängig zu sein scheinen).

Was ist in letzter Zeit so passiert? Wir waren nochmal in der Jinfen Grundschule, was wieder richtig Spaß gemacht hat. Diesmal hat Fidel uns begleitet, der den kleinen ein paar Judo-Tricks beigebracht hat - das kam super an. Am Ende waren wir natürlich wieder alle ganz schön k.o.! Eigentlich wollten wir auch heute wieder zur Grundschule, aber leider hat es geregnet und da kann man nicht so viel mit den Kleinen machen. Naja, wir probieren es morgen nochmal! Ansonsten haben wir nochmal selbstgemachtes BBQ gegessen und es uns nicht nehmen lassen diesmal neben den Heuschrecken auch die Mehlwürmer zu bestellen. Fazit: Heuschrecken sind eindeutig leckerer =) Außerdem sind wir einen Berg in Lanping bestiegen, der genau wie der ErWuShan in Jinding 1.400 Stufen hat, jedoch ein bisschen höher gelegen ist und einen besseren Ausblick auf Lanping bietet.

Und in Jinding war so eine Art Krimes mit Kinderkarussell, Luftballonschießen, Dosenwerfen, allen möglichen Verkaufsständen inkl. lebendiger Hühner und - zu unserer großen Freude - ein Stand an dem man frittierte Bananen kaufen konnte (was wir hier zum ersten mal gesehen haben, soviel zu typisch chinesisch) und - nicht ganz so zu unserer Freude - frittierte Hühnerfüße. Letzteres mussten wir natürlich auch mal probieren, hat uns jedoch nicht so richtig überzeugt, da so ein Hühnerfuß nunmal größtenteils aus Knochen besteht und sich der ganze Aufwand einfach nicht so richtig zu lohnen scheint...

Inzwischen läuft auch die English Corner richtig gut, nach kleineren Anlaufschwierigkeiten. Wir haben jetzt montags, dienstags und mittwochs abends jeweils eine Stunde English Corner und bisher macht es richtig viel Spaß. Und der Andrang ist groß: es kommen jedes mal zwischen 15 und 25 Schülern, was schon ziemlich cool ist, wenn man bedenkt, dass sie in ihrer - nicht grade großzügig bemessenen - Freizeit zu uns kommen! Letzte Woche haben wir dann ein paar Kennenlernspiele gespielt - das war ziemlich witzig und auch interessant, denn wir haben so manches spannendes über unsere Schüler erfahren. So hat zum Beispiel trotz Ein-Kind-Politik so gut wie jeder ein Geschwisterkind - jedoch fast niemand zwei. Das liegt allerdings daran, dass es in China durchaus Ausnahmen von dieser radikalen Politik gibt und so dürfen beispielsweise die Minderheiten mehr Kinder bekommen. Zu unserem Staunen hat sich tatsächlich kein einziger unserer Schüler als Han-Chinese, also Mehrheits-Chinese, vorgestellt. Stattdessen gehören fast alle den Bai an, ein paar aber auch der Lisu-, Pumi- oder Yi-Minderheit. Ganz schon vielfältig hier! Diese Woche haben wir dann die English Corner unter das Motto Halloween gesetzt und versucht den Schülern diese amerikanischen Brauch ein bisschen näher zu bringen. Ein bisschen gegruselt haben sie sich glauben wir schon =)

Aber wir haben ja noch gar nicht von Lijiang berichtet - der Stadt am schönen Fluß. Dort waren wir nämlich spontan am vorletzten Wochenende und es war wunderschön! Lijiang war 400 Jahre lang die Hauptstadt der Naxi, eine tibetische Minderheit, die heute noch dort lebt. Nach 4 1/2 Stunden Busfahrt sind wir zunächst in einer ganz normalen chinesischen Großstadt gelandet. Doch als wir dann den Bus in Richtung Altstadt genommen hatten fühlten wir uns plötzlich als wären wir in einen Disney-Film gefallen: bildhübsche Holzhäuser mit kunstvoll geschnitzten Fassaden, Balkons und Innenhöfen, überall kleine Brücken und ein Meer aus Blumen! Und natürlich tausende von Souvenirshops und Touristen. Allerdings war der Großteil der Touristen chinesisch und wir haben nur ein paar wenige Europäer und Amerikaner gesehen. Tatsächlich waren wir als Langnasen auch hier eine solche Attraktrion, dass ein paar Chinesen Fotos mit uns machen wollten. So haben wir den hübschen, traditionell gekleideten, chinesichen Mädchen glatt Konkurrenz gemacht, mit denen man sich auch vor den schönsten Stellen hat fotografieren lassen können. Nachdem wir ein hübsches kleines Hotel mit warmer Dusche gefunden hatten, sind wir dann durch die endlosen Straßen der Altstadt geschlendert, haben Burger gegessen und Kaffee getrunken und es genossen, mal einfach nur Tourist zu sein. Aus der Altstadt sind wir auch wirklich nur einmal raus: um im Supermarkt Käse und Butter zu kaufen - zwei Dinge, die es leider bei uns nicht gibt und die wir schon sehr vermisst hatten. Ansonsten haben wir uns zwei sehr entspannte Tage in dieser schönen Stadt gemacht. Und wenn man die Preise in Euro umgerechnet hat, waren sie auch gar nicht mehr so teuer...

So, das war es erstmal wieder von uns. Am Donnerstag feiern wir Halloween und dann sind wir auch noch ganz fließig dabei unsere Vorstell-Aktion am Samstag in Lanping vorzubereiten. Drückt uns die Daumen, dass es diesmal klappt, denn sie ist bereits zweimal verschoben worden, da wir noch auf die Genehmigung der Regierung warten.

 

Liebe Grüße aus der goldenen Spitze (wörtl. Jinding 金顶)

Ninja & Freddy

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