Der Wasserkocher ist fertig, das Licht geht an...

... oder zumindest wird es heller, denn den Strom müssen sich unsere elektrischen Geräte anscheinend voneinander abluchsen. 

Wir sind jetzt seit zwei Wochen in China und inzwischen haben wir auf unserem Balkon eine Art Dusche eingerichtet, herausgefunden wie das mit der Handwäsche funktioniert und erfolgreich das Internet herbei gezaubert (nach einem verlängertem Wochenende ohne Internet und teils ohne Strom). Zum Glück hatten wir wenigstens die ganze Zeit fließend Wasser, ein Luxus, der unseren Mitfreiwilligen in Lanping und Liuku leider nicht vergönnt war. Wir sind also guter Dinge =)

Zu unserer großen Freude können wir jetzt auch endlich den Sommer in China genießen, nachdem es die ersten paar Tage ja leider nur geregnet hatte. Am schlimmsten war es letzte Woche Mittwoch, unglücklicherweise genau der Tag an dem wir unseren ersten Ausflug nach Lanping unternommen haben. Lanping, unsere Nachbarstadt in der die anderen 4 Freiwilligen wohnen, wirkt um einiges größer und moderner als Jinding. Die vielen Hochhäuser, riesigen Supermärkte und großzügigen Straßen lassen einen fast vergessen, dass wir hier doch sehr abgelegen sind. Nachdem wir die beiden anderen Schulen besichtigt und die Wohnungen bestaunt hatten, machten wir uns dann wieder auf den Heimweg. Dieser wurde jedoch von reißenden Wasserfällen, die sich quer über die Straßen ausbreiteten, erschwert. So kletterten wir, schlugen uns durchs Unterholz und folgten Autos, welche das Wasser zu spalten vermochten, um den Fluten zu entkommen. Leider alles vergebens, denn als wir wieder in Jinding ankamen, stellten wir fest, dass der gesamte Schulhof unter Wasser stand und uns nichts anderes übrig blieb als tapfer hindurch zu waten um zu unserer Wohnung zu gelangen... nur um festzustellen, dass der Strom ausgefallen war.

Aber jetzt zeigt sich der Sommer zum Glück von seiner besten Seite, was wir dazu ausnutzen die Gegend näher zu erkunden. So streiften wir durch verwinkelte Gassen und genossen den atemberaubenden Ausblick über Jinding von höher gelegenen Straßen. Leider entdeckten wir auch eine Müllhalde, mitten in einem idyllischen Tal mit Wasserfall. Außerdem konnten wir Abends an den traditionellen Tänzen der Minderheiten teilhaben.

Seit gestern unterrichten wir auch endlich. Wir haben 8 Stunden die Woche, gemeinsam, mit acht verschiedenen achten Klassen, dienstags bis donnerstags. Mit rund 50 Schülern pro Klasse, die leider ebenso wenig Englisch sprechen wie wir Chinesisch, ist das Unterrichten schon mal eine kleine Herausforderung. Doch mit dem Good-Morning-Song auf den Lippen können wir die Schüler für uns gewinnen und ihnen mit einem kleinen Spiel die Zahlen von 1 bis 20 näher bringen. Nur an den Empfang in den Klassen müssen wir uns wohl noch gewöhnen, denn der wäre eher einem Rockstar angemessen als uns.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Sebastian (Mittwoch, 18 September 2013 13:53)

    Hey ihr Zwei!
    Schön was neues von Euch zu lesen nach der "langen Zeit" ohne Internet :-)
    Nachdem sich das Wetter von seiner schlechten Seite präsentiert hat, kanns ja nur noch besser werden ;-)
    Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Erfolg dabei, mit den Kindern den Unterrich zu gestalten.
    Für uns seit ihr Rockstars :-)

    Also in dem Sinne, Rock on und viel Spaß =)